Guideline: E-Beam Sterilisation

Die E-Beam Technologie bietet eine effiziente Lösung zur Sterilisation und Keimreduktion – schnell, zuverlässig und ohne chemische Rückstände. Von Pipetten, Blistern bis hin zu Kathetern und Kanülen: Welche Produkte eignen sich besonders gut für das Verfahren und werden regelmäßig in den Anlagen bei BGS behandelt? Laden Sie unsere Guideline herunter und erhalten Sie alle wichtigen Informationen kompakt zusammengefasst.

Autor: Barbara Schmitz

Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:

Know-how, Whitepaper, Strahlensterilisation

4 Min. Lesezeit
E-Beam sterilisation dargestellt
E-Beam sterilisation dargestellt

Was versteht man unter E-Beam?

Der Begriff E-Beam steht für die Electron Beam Sterilization, auf Deutsch Elektronenstrahl Sterilisation, ein physikalisches Sterilisationsverfahren, das ionisierende Energie in Form eines hochenergetischen Elektronenstrahls nutzt. Der Elektronenstrahl in den Anlagen entsteht durch Beschleunigung von Elektronen in einem elektrischen Feld. Dieser wird am Ende der Beschleunigerröhre mithilfe eines Magnetfeldes abgelenkt und aufgefächert bevor die Elektronen auf die zu sterilisierenden Produkte treffen. Die aufgenommene Energie führt zur Zerstörung der DNA von Mikroorganismen und verhindert deren Reproduktionsfähigkeit. Dadurch werden pathogene Keime, Schimmelpilze und Sporen auf Produkten sicher und innerhalb kürzester Zeit unschädlich gemacht.

Im Vergleich zu anderen Sterilisationsverfahren zeichnet sich die E-Beam Technologie insbesondere durch eine hohe Dosisleistung und eine kurze Bestrahlungsdauer von nur wenigen Sekunden aus.

Wie funktioniert die Elektronenstrahl Sterilisation?

Die Elektronenstrahl Sterilisation basiert auf der gezielten Bestrahlung von Produkten mit hochenergetischen Elektronen und erfordert eine produktspezifische Prozessauslegung. Kriterien wie Produktaufbau, Verpackung, Packschema sowie die physikalisch begrenzte Eindringtiefe der Elektronen bestimmen dabei die benötigte Dosierung und bilden die Grundlage für den nachfolgenden Sterilisationsprozess.

E-Beam Sterilisation: Der Prozess in fünf Schritten

Nach dem erfolgreichen Validierungsprozess, in dem u.a. die optimalen Bestrahlungsparameter festgelegt werden, startet die Routinebestrahlung. Der E-Beam-Sterilisationsprozess erfolgt dabei in fünf klar definierten Schritten.

Anlieferung und Wareneingang

Die Produkte werden in der vereinbarten Verpackungs- und Anlieferform (Einzelkartons oder Kartons im Verbund auf Paletten) angeliefert. Im Wareneingang erfolgt die Identifikation und Prüfung der Ware – die Produkte bleiben geschlossen und unverändert.

Produkt- und Prozessvorbereitung

Die Produkte werden für die Bestrahlung vorbereitet und eindeutig gekennzeichnet. An den festgelegten Messpositionen an der Verpackung werden Dosimeter angebracht.

Automatisierte Bestrahlung

Die Produkte werden über Fördersysteme unter dem aufgefächerten Elektronenstrahl hindurchgeführt. Die erforderliche Strahlendosis wird innerhalb weniger Sekunden appliziert – je nach Spezifikation ein- oder zweiseitig, um eine homogene Dosisverteilung sicherzustellen.

Dosimetrische Kontrolle und Freigabe

Nach der Bestrahlung werden die Dosimeter ausgewertet und die applizierte Dosis dokumentiert. Entspricht sie den Vorgaben, erfolgt die sofortige Freigabe durch die Qualitätssicherung und die Ausstellung eines Zertifikates.

Bereitstellung zur Abholung

Die Produkte sind unmittelbar nach der Freigabe steril bzw. keimfrei und ohne Wartezeiten einsatzfähig. Sie werden in der ursprünglichen Anlieferform zur Abholung bereitgestellt.

Vor- und Nachteile der E-Beam Sterilisation im Überblick

Vorteile der E-Beam Technologie

  • Sehr kurze Bestrahlungsdauer
    Die Sterilisation erfolgt innerhalb von Sekunden; unter optimalen Bedingungen können komplette LKW-Ladungen innerhalb weniger Stunden behandelt werden.
  • Materialschonend
    Durch die kurze Expositionsdauer wird die Beanspruchung von Kunststoffen im Vergleich zu Verfahren mit längeren Bestrahlungszeiten reduziert.
  • Einfache und schnelle Freigabe
    Nach der dosimetrischen Freigabe sind keine weiteren Lager- oder Wartezeiten erforderlich.
  • Umweltfreundlich
    Die sterilisierten Produkte sind frei von schädlichen Rückständen für Mensch und Umwelt.

Grenzen der Sterilisation mit Elektronenstrahlung

  • Begrenzte Eindringtiefe
    Die physikalisch begrenzte Eindringtiefe der Elektronen erfordert eine sorgfältige Prüfung von Material, Produktaufbau, Dichte, Geometrie und Verpackung, da diese Faktoren die Eignung und den Erfolg der E-Beam-Sterilisation maßgeblich beeinflussen.

Für welche Materialien eignet sich E-Beam?

Die E-Beam Sterilisation weist eine sehr hohe Kunststoffkompatibilität auf und eignet sich daher insbesondere für polymerbasierte Materialien. Darunter fallen viele Thermoplaste wie Polystyrol (PS), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) oder Polycarbonat (PC) sowie einige Elastomere, wie etwa Ethylen-Propylen-Dien Kautschuk (EPDM) und Ethylen-Vinylacetat (EVA).

Eine vollständige Übersicht über die Materialbeständigkeit gängiger Kunststoffe finden Sie hier.

Für welche Anwendungen und Branchen eignet sich die E-Beam Sterilisation?

Die E-Beam Technologie eignet sich ideal für dünnwandige, flache oder kleine Produkte aus Kunststoff. Die Anwendbarkeit ist abhängig von Produktaufbau, Dichte und gewählter Transportverpackung; die Bestrahlung erfolgt ausschließlich in Kartonagen.
Bei BGS wird das Verfahren unter anderem für Produkte aus den folgenden Bereichen häufig angewandt:

Standards und Validierung der E-Beam Technologie

Die Elektronenstrahl Sterilisation ist ein validiertes und normgeregeltes Verfahren. Für die Kennzeichnung eines Produkts als „steril“ ist eine gesetzlich vorgeschriebene Validierung des gesamten Sterilisationsprozesses erforderlich. Diese Validierung ist in der Verfahrensnorm ISO 11137 festgelegt, die die sicheren und reproduzierbaren Voraussetzungen für Sterilisation mit ionisierender Strahlung, also auch mit E-Beam, definiert.
Zentrale Bestandteile sind:

  1. Mikrobiologische Validierung: Hier wird die notwendige Bestrahlungsdosis ermittelt, die ein Produkt zuverlässig von einem nicht sterilen in einen sterilen Zustand überführt.
  2. Dosimetrische Validierung: Im sogenannten Dose Mapping wird die Dosisverteilung innerhalb einer definierten Produktanordnung analysiert.
  3. Anwendungstechnische Validierung: In diesem Schritt wird geprüft, wie sich die Strahlenbehandlung auf die Eigenschaften des Produkts und der Verpackung auswirkt.

Auf Basis dieser normierten Validierungsprozesse wird im Routinebetrieb mittels Dosimetrie überwacht, ob der Prozess stabil bleibt und die applizierten Dosen reproduzierbar innerhalb der definierten Grenzen liegen.

Ist E-Beam das passende Verfahren?

Die E-Beam Sterilisation ist eine hocheffiziente, materialschonende und umweltfreundliche Methode für ausgewählte Produktgruppen. Besonders bei gleichmäßig verpackten Kunststoffprodukten mit geringer Dichte bietet das Verfahren klare Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit, Freigabe und Prozesskontrolle.
Alles Wichtige auf einen Blick: Unsere Guideline zur Sterilisation mit E-Beam (Betastrahlung) bündelt die zentralen Grundlagen, Vorteile und Anwendungsbereiche und bietet einen direkten Vergleich zur Gamma-Sterilisation!

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  • Die Vorteile des Verfahrens im Überblick
  • Eine Liste geeigneter Produkte und Anwendungen
  • Einen Vergleich zur Gamma-Sterilisation
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